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Mein Kind startet nach den Ferien motiviert – und nach 3 Wochen ist alles vorbei

vor 5 Tagen
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen


1. Woche Freude, 3. Woche Chaos: Warum nach dem Schulstart die Motivation deines Kindes oft sinkt.
Symbolbild, KI-generiert

Die neuen Hefte sind noch sauber.

Der Stundenplan hängt am Kühlschrank.

Das Buntstift-Sortiment glänzt unberührt im Federpennal.

Die Schultasche ist noch krümelfrei und an den Büchern fehlen die Eselsohren.

Und vielleicht kommt dein Kind in den ersten Tagen sogar nach Hause und erzählt freiwillig von seinem Schultag:

„Unserer Lehrerin ist total lieb.“

„Ich hab schon einen Freund gefunden.“

„Dieses Jahr mache ich alles besser.“

Die Motivation ist groß.


Und dann vergehen zwei, drei Wochen.

Der neue Stoff wird schwieriger.

Der Hausaufgaben-Stapel wird höher.

Das erste „Das kann ich nicht“ fällt. Dann das zweite. Üben hilft kaum.

Und aus „Ich freue mich auf die Schule“ wird auf einmal: „Ich will da nicht mehr hin.“


Vielleicht kennst du das. Und vielleicht kennst du auch die besorgten Fragen in deinem Kopf: Was ist denn jetzt passiert? Warum mag mein Kind "plötzlich" keine Hausaufgaben mehr machen? Oder gleich gar nicht mehr in die Schule gehen?


Die gute Nachricht zuerst: Es muss gar nichts passiert sein.

Ich finde, diesen Punkt dürfen wir Eltern uns und unseren Kindern ruhig öfter erlauben:

Dein Kind darf auch manchmal einfach keine Lust auf Lernen haben.


Es darf nach einem langen Schultag sagen:

„Ich will heute nicht.“


Es darf genervt sein.

Es darf eine Pause brauchen.

Es darf sich wünschen, lieber draußen zu spielen. Oder zu zocken.


Auch Erwachsene sind nicht jeden Tag hochmotiviert, ihre Aufgaben zu erledigen.

Warum dies also von unseren Kindern erwarten? Und vielleicht sogar streiten deswegen?

Ein einzelner lustloser Nachmittag ist deshalb noch kein Grund zur Sorge.

Auch eine kleine Motivationsdelle nach den Ferien ist völlig normal.


Interessant wird es erst, wenn aus dem gelegentlichen „Heute nicht!“ ein dauerhaftes „Ich will nicht“ wird.

Wenn dein Kind schon morgens Bauchweh bekommt, weil es an die Schule denkt.

Wenn Lernen regelmäßig in Tränen, Wut oder Rückzug endet.

Oder wenn aus „Ich weiß nicht, was ich da machen muss“ irgendwann „Ich bin zu blöd für Mathe“ wird.

Das kann auf Dauer am Selbstvertrauen nagen. Und allerspätestens dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.


Warum die Motivation nach den Ferien oft nachlässt

Jeder Schulstart ist ein Neustart. Auch wenn es dieselbe Schule ist. Mit denselben Lehrpersonen und derselben Klassengemeinschaft.

Neue Hefte, neue Bücher, vielleicht ein neuer Stundenplan und das Gefühl des Aufbruchs.

Dein Kind denkt: „Eine Klasse höher. Jetzt gehöre ich zu den Großen.“

Du denkst: „Dieses Jahr wird alles anders.“


Am Anfang ist vieles noch leicht. Im Aufsatz "Das hat mir in den Ferien am besten gefallen" sind zwar ein paar Rechtschreibfehler, aber das gibt sich schon noch.

Das Kind kennt den neuen Stoff noch nicht – mit dem alten kommt es gut zurecht. Schließlich habt ihr in den Ferien ja geübt.


Doch nach einigen Wochen wird aus Schule wieder Alltag.

Die Anforderungen steigen.

Der Stoff wird anspruchsvoller.

Der Lehrplan wartet auf niemanden.

Die Hausaufgaben werden mehr oder schwieriger.

Und vielleicht kommt der erste Moment, in dem dein Kind merkt: „Das kann ich nicht.“

Und ein paar Tage später: „Das kann ich nicht. Aber alle anderen schon.“


Genau hier kann Motivation kippen. In der Bildungsforschung wird das Gefühl, etwas aus eigener Kraft schaffen zu können, als wichtigster Faktor für den Lernerfolg beschrieben.


Denn Lernen bedeutet nicht nur, etwas Neues zu entdecken. Lernen bedeutet auch üben, ausprobieren. Dabei Fehler zu machen. Etwas nicht sofort zu verstehen und sich trotzdem weiter damit zu beschäftigen.


Wenn hier statt Erfolgserlebnissen regelmäßig das Gefühl entsteht „Ich schaffe das sowieso nicht“, wird Lernen mühsam.


Und wenn Lernen immer wieder mit Anstrengung, Streit oder Misserfolg verbunden ist, wird die Motivation nicht unbedingt größer.


Die Klassenstufe kann entscheidend sein

Ein Kind in der ersten Klasse bringt häufig noch eine ganz andere Haltung zur Schule mit, als ein Kind in der dritten oder vierten Klasse.

Die Schule ist neu. Aufregend. Spannend. „Endlich bin ich groß!“

Lesen, Schreiben und Rechnen fühlen sich oft noch wie große Entdeckungen an.

„Ich kann schon fünf neue Wörter schreiben!“

„Ich kann lesen, was da drauf steht!“

Solche kleinen Fortschritte können unglaublich motivierend sein.

Ein paar Jahre später ist Schule dagegen für viele Kinder Alltag. Vielleicht sogar mühseliger Alltag.

Aufregung und Überraschung sind verpufft. Und gleichzeitig steigen die Anforderungen.

Aus einzelnen Buchstaben werden Texte.

Aus Plus-Aufgaben werden komplizierte Rechenwege.

Aus kurzen Übungen werden längere Hausaufgaben.

Natürlich gilt das nicht für jedes Kind gleich.

Aber es ist wichtig, bei der Frage nach Motivation auch darauf zu schauen:

Was erwartet die Schule gerade von meinem Kind – und was erwartet mein Kind vielleicht von sich selbst?

Denn ein Drittklässler braucht möglicherweise etwas anderes als ein Erstklässler, um sich wieder für eine Aufgabe zu interessieren.


Motivation entsteht nicht nur im Kopf

Wenn ein Kind keine Lust auf eine Aufgabe hat, fragen wir Erwachsene schnell:

„Wie kann ich mein Kind motivieren?“

Die ehrliche Antwort ist: Auf Dauer können wir Motivation nicht von außen herstellen.

Deshalb ist vermutlich eine andere Frage hilfreicher:

„Was macht meinem Kind das Lernen gerade so schwer?“

Ist die Aufgabe zu schwierig?

Weiß das Kind nicht, wie es anfangen soll?

Hat es schon zu viele Misserfolge erlebt?

Ist der Schultag zu voll?

Hat es Angst, wieder etwas falsch zu machen?

Oder ist es einfach nur müde und ihm fehlt gerade eine Pause?


Denn manchmal ist fehlende Motivation gar keine fehlende Motivation.

Manchmal ist sie ein Signal.


Kleine Erfolgserlebnisse können einen großen Unterschied machen

Wenn ein Kind über längere Zeit erlebt: „Ich kann das nicht.“, hilft es wenig, ihm einfach zu sagen: „Du musst dich mehr anstrengen.“ oder „Du musst einfach mehr üben!“


Was häufig viel hilfreicher ist: eine Aufgabe, die es tatsächlich bewältigen kann.

Nicht als Kuschelkurs. Sondern als Ausgangspunkt.

Eine Aufgabe, bei der das Kind merkt: Moment. Das kann ich ja doch.

Dann noch eine.

Und vielleicht noch eine.

So können nach und nach wieder Erfolgserlebnisse entstehen.

Und aus Erfolgserlebnissen kann Selbstvertrauen wachsen: „Ich kann das.“

Dieser Satz klingt klein.

Für ein Kind, das gerade an sich zweifelt, kann er aber einen großen Unterschied machen.


Wann solltest du bei fehlender Motivation genauer auf dein Kind schauen?

Nicht jedes „Ich hab keine Lust auf Hausaufgaben!“ bedeutet gleich Großalarm.

Aber du solltest aufmerksam werden, wenn die Demotivation über längere Zeit anhält und der Alltag zunehmend davon bestimmt wird.


Zum Beispiel wenn:

  • Hausaufgaben fast täglich in Streit ausarten

  • dein Kind Lernen immer häufiger vermeidet

  • es sich selbst als „dumm“ oder „schlecht“ bezeichnet

  • Fehler große Angst oder Frust auslösen

  • die Leistungen trotz Üben immer schlechter werden

  • dein Kind morgens nicht mehr in die Schule möchte

  • körperliche Beschwerden wie Bauch- oder Kopfschmerzen auftreten

  • Schule und Lernen immer mehr Raum in eurem Familienleben einnehmen


Dann lohnt sich die Frage: „Was steckt dahinter?“

Denn manchmal braucht ein Kind nicht mehr Motivation.

Sondern weniger Druck.

Eine andere Lernstrategie.

Mehr Erfolgserlebnisse.

Mehr Sicherheit.

Und vor allem jemanden, der gemeinsam mit ihm herausfindet, warum Lernen gerade so schwer geworden ist.


Motivation darf auch in der Schule kommen und gehen

Aber wenn sie über längere Zeit ausbleibt, lohnt es sich, als ersten Schritt herauszufinden, woran es gerade hakt.

Dabei kann mein kostenloser Lern-Check ein erster Schritt sein. Er hilft euch, gemeinsam herauszufinden, wo gerade die größten Stolpersteine liegen. Denn bevor wir versuchen, die Motivation zu steigern, sollten wir verstehen, was sie gerade bremst.


Der Lern-Check hilft euch mit wenigen gezielten Fragen, genauer hinzuschauen:

Wo läuft es eigentlich gut?

Was fällt deinem Kind schwer?

Wo entstehen immer wieder Frust, Widerstand oder Unsicherheit?

Und wo könnte ein erster kleiner Schritt helfen?



Denn manchmal braucht ein Kind nicht mehr Motivation.

Sondern einen Lernweg, auf dem es wieder erleben darf: Ich kann das.

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