Lesen üben im Alltag: 10 Tipps, wie dein Kind ganz nebenbei zum Lese-Profi wird
- vor 6 Tagen
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„Ich mag das nicht lesen. Das ist so anstrengend.“
Wenn das Lesen mühsam ist, wird jede Seite zum unbezwingbaren Buchstabenberg. Viele Kinder mit Legasthenie oder LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) entwickeln eine richtige Abneigung gegen alles Gedruckte. Doch Lesen ist so viel mehr als nur Fibeln im Klassenzimmer. Lesen üben ist Alltag!
Wenn wir den Druck rausnehmen und das Lesen in den ganz normalen Tagesablauf „schmuggeln“, merkt dein Kind gar nicht, dass es gerade trainiert. Hier sind 10 kreative Hacks, wie ihr gemeinsam den Lese-Funken zündet.
1. Die magische Lunchbox (Geheimbotschaften)
Verstecke kleine Zettel in der Jausenbox oder unter dem Kopfkissen. „Hab einen tollen Tag!“ oder „Ich hab dich lieb!“. Die Neugier, was Mama oder Papa geschrieben haben, ist oft größer als die Angst vor den Buchstaben. Das ist Lesen mit Herzklopfen-Garantie.
2. Der Navigations-Profi (Straßenschilder & Logos)
Im Auto oder Bus ist Zeit zum Entdecken. „Welches Dorf kommt als Nächstes?“, „Was steht auf dem Schild?“ oder „Woher kommt dieses Auto?“ Kennzeichen, Hinweisschilder oder Logos von Supermärkten sind oft der erste Einstieg – das Kind erkennt das Wort am Bild und speichert die Buchstabenform ganz nebenbei ab.
3. Der Chefkoch-Assistent (Rezepte lesen)
Wer Pfannkuchen essen will, muss wissen, wie viel Mehl reinkommt. Lass dein Kind die Zutatenliste vorlesen. Das Schöne hier: Das Gelesene führt sofort zu einem Ergebnis, das man sogar essen kann! Das ist eine riesige Erfolgserfahrung.
4. Silben-Hüpfen (Der Bewegungs-Turbo)
Hier nutzen wir wieder unseren Gehirn-Dünger: Bewegung hilft beim Abspeichern! Zeichne mit Kreide Kästchen auf den Boden, legt kleine Teppiche oder Seilkreise auf, oder nehmt die Sofakissen. Für jede Silbe eines Wortes darf dein Kind ein Stück weiterhüpfen. „RE-GEN-SCHIRM“. So wird die Struktur der Sprache körperlich spürbar und das Gehirn ist hellwach. Funktioniert das Hüpfen, kann dein Kind die Silben mit dem Finger schwingend in die Luft zeichnen. Das funktioniert bald auch super auf dem Papier.
5. Die Einkaufs-Rallye (Suchaufträge)
Gib deinem Kind im Supermarkt kleine schriftliche Aufträge: „Wir brauchen MÜSLI“ oder „Such mal den REIS“. Das Kind scannt die Regale nach den Wortbildern ab – ein perfektes Training für die visuelle Wahrnehmung.
6. Untertitel bei Lieblingsfilmen
Ein kleiner Trick mit großer Wirkung: Schalte bei kurzen Zeichentrickfilmen oder Liedern auf YouTube die Untertitel ein. Auch wenn das Kind noch nicht alles mitlesen kann, verknüpft das Gehirn automatisch das Gehörte mit dem Schriftbild.
7. Comics & Graphic Novels (Wenig Text, viel Bild)
Vergiss für einen Moment dicke Wälzer. Asterix, Donald Duck und Co sind ideal für Lese-Muffel und oft beliebter, als die klassischen Lesestufe-1-Bücher, da sie meist spannendere Geschichten erzählen. Die Bilder unterstützen das Textverständnis, und die kurzen Sprechblasen überfordern nicht. Jede gelesene Sprechblase ist ein Sieg!
8. Das Hörbuch-Duo (Mitlesen & Hören)
Lass dein Kind ein Hörbuch hören und gleichzeitig im echten Buch mit dem Finger mitfahren. Das entlastet das Gehirn beim Entziffern und hilft dabei, den Rhythmus der Sprache und die Betonung besser zu verstehen.
9. Die Lese-Höhle (Gemütlichkeit statt Druck)
Baut eine Höhle aus Decken und Kissen. Mit einer Taschenlampe bewaffnet, dürft ihr dort „geheime“ Geschichten lesen. Wenn die Umgebung kuschelig ist, sinkt das Stresslevel – und ein entspanntes Gehirn lernt um Welten besser.
10. Vorlesen als „Unendliche Geschichte“
Hör nicht auf vorzulesen, nur weil dein Kind nun selbst lesen lernen soll. Bleibt im Austausch! Du liest eine Seite, dein Kind liest nur eine Zeile oder eine Überschrift. So bleibt die Freude an der Geschichte erhalten, ohne dass die Anstrengung zu groß wird. Kann dein Kind schon besser lesen, baue beim Vorlesen bewusst Fehler ein und lass dich ausbessern.
Lesen üben im Alltag: Mein Fazit als Lernbegleiterin
Lesen lernen ist ein Marathon, kein Sprint. Mit diesen Tipps machst du den Weg für dein Kind ebener und bunter. Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Erfahrung: „Ich kann mit diesen Zeichen die Welt verstehen!“
Welcher Tipp könnte bei deinem Kind als Erstes klappen? Probier es aus und schau zu, wie aus kleinen Schritten große Lesefortschritte werden!




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