Zu gestresst für Hausaufgaben? 10 Entspannungsübungen für mehr Fokus und Konzentration
- 16. März
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 8 Stunden

Wenn Kinder nach der Schule überdreht oder gestresst sind, fällt der Start in die Hausaufgaben oft schwer. Diese 10 kurzen Entspannungsübungen helfen, zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen und wieder konzentriert zu arbeiten.
„Hör doch mal auf, rum zu hampeln und setz dich endlich an die Hausaufgaben.“
„Ach, nun lass mich doch mal!"
Dein Kind ist gerade erst von der Schule nach Hause gekommen – und völlig aufgedreht. Es kann keine Minute stillsitzen, hört nicht auf zu reden und reagiert aus dem Nichts mit patzigen Antworten oder regelrechten Wutanfällen.
Die Ursache? Der Kopf deines Kindes ist noch voller Eindrücke vom Schultag: Gespräche, Aufgaben, vielleicht auch Stress oder Konflikte. In diesem Zustand fällt es vielen Kindern schwer, sich sofort wieder zu konzentrieren. Das Gehirn ist noch im Hochbetrieb – nicht im Lernmodus.
Genau hier können kurze Entspannungsübungen helfen. Sie beruhigen das Nervensystem, helfen Kindern innerlich anzukommen und schaffen eine gute Grundlage für konzentriertes Arbeiten.
Die folgenden Übungen
dauern meist nur 30–60 Sekunden
brauchen kein Material
können fast überall durchgeführt werden
und sind auch für Erwachsene äußerst hilfreich
Als kleines Start‑Ritual vor den Hausaufgaben wirken sie oft erstaunlich schnell.
Mein Tipp: Wiederholt jede Übung mindestens drei Mal – oder so lange, wie es sich für dein Kind angenehm anfühlt.
Herz‑Bauchatmung
So funktioniert es
Im Liegen, Sitzen oder Stehen: Eine Hand auf die Brust legen, die andere auf den Bauch. Nicht mehr bewegen.
Ruhig durch die Nase einatmen und bis 4 zählen.
Beim Ausatmen langsam bis 6 zählen.
Spüren, wie sich Bauch und Brust heben und senken.
Warum hilft das?
beruhigt das Nervensystem und verlangsamt den Herzschlag.
hilft dem Körper, vom Stressmodus in den Ruhemodus zu wechseln
ruhiger Körper, ruhiger Kopf für mehr Konzentration
Holzhacker‑Atmung
So funktioniert es
Finger ineinander zu einer großen Faust verschränken.
Beim Einatmen die Arme über den Kopf heben.
Beim Ausatmen die Hände nach unten sausen lassen und laut „HA!“ rufen.
3–5 Wiederholungen.
Warum hilft das?
baut angestaute Spannung ab
lockert den Körper
sorgt für einen klaren Kopf
Atemball
So funktioniert es
Arme auf Schulterhöhe nach vorne strecken, Handflächen zueinander.
Beim Einatmen die Arme zur Seite öffnen – als würde ein großer Ball entstehen.
Beim Ausatmen die Arme wieder nach vorne führen.
Mehrmals wiederholen.
Warum hilft das?
beruhigt die Atmung
hilft Kindern, sich auf ihren Körper zu konzentrieren
bringt innere Ruhe
Handatmung
So funktioniert es
Die linke Hand öffnen.
Am Daumen starten. Mit dem rechten Zeigefinger langsam den Rand der Hand nachfahren.
Beim Hochfahren eines Fingers einatmen.
An der Fingerspitze kurz halten.
Beim Herunterfahren ausatmen.
Danach Hand wechseln.
Warum hilft das?
verbindet Bewegung und Atmung
hilft Kindern, langsamer zu werden
fördert Konzentration
Akupressur für kleine Stresslöser
So funktioniert es
Bestimmte Punkte auf der Hand können sanft gedrückt oder massiert werden:
Pulspunkt: Mitte der Handwurzel
Daumenpunkt: Mitte des Daumenballens
Handflächenpunkt: Mitte der Handfläche
Die Punkte jeweils 1–2 Minuten sanft drücken oder massieren.
Warum hilft das?
kann Spannungen reduzieren
fördert Körperwahrnehmung
wirkt beruhigend
Klopftechnik (EFT) - vereinfacht
So funktioniert es
Mit den Fingerspitzen etwa 10-15 Sekunden sanft klopfen auf:
Scheitel
Augenbrauen (Richtung Nasenwurzel)
Schläfen
Wangenknochen
Oberlippe
Kinn
unterhalb der Schlüsselbeine
seitliche Rippen
Warum hilft das?
kann Stressreaktionen reduzieren
hilft beim emotionalen Ausgleich
bringt den Körper wieder in Balance
Fingertippen
So funktioniert es
Mit dem Daumen nacheinander die Finger derselben Hand berühren:
Rechter Daumen zu rechtem Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger, kleinen Finger.
Dann wieder zurück.
Nun mit den Fingern nacheinander die Finger der anderen Hand berühren.
Rechter Daumen zu linkem Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger, kleinen Finger.
Rechter Zeigefinger zu linkem Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger, kleinen Finger.
Und so weiter.
Danach Hand wechseln.
Zum Abschluss Handflächen aneinander legen und kurz nachspüren.
Warum hilft das?
fördert Fokus und Konzentration
aktiviert feine Bewegungskoordination
lenkt Aufmerksamkeit nach innen
Stressball kneten
So funktioniert es
Einen weichen Ball in der Hand halten und langsam kneten.
Alternativ beide Hände zur Faust schließen und wieder langsam öffnen
Mehrmals wiederholen.
Warum hilft das?
baut körperliche Spannung ab
beruhigt das Nervensystem
fördert Körperwahrnehmung
Mini‑Meditation
So funktioniert es
Einen Timer auf eine Minute stellen.
In dieser Zeit ruhig sitzen.
Den Blick auf einen ruhigen Punkt richten, zum Beispiel: eine Kerzenflamme, eine Lava‑Lampe, eine Sanduhr
Warum hilft das?
beruhigt den Geist
trainiert Aufmerksamkeit
unterstützt konzentriertes Arbeiten
Smiley-Vorbild
So funktioniert es
Sucht euch drei Smileys aus. Besonders geeignet sind diese hier: 😝 😡 🤪 😲 😋 😄
Macht den Gesichtsausdruck des Smileys nach und zählt bis drei.
Gesicht wieder entspannen.
Nächster Smiley
Warum hilft das?
kommt aus der progressiven Muskelentspannung und lockert unser Gesicht
löst Anspannungen
schafft einen klaren Startmoment
Zusätzliche Tipps für mehr Ruhe und Konzentration
Neben den Übungen können auch kleine Veränderungen der Umgebung helfen.
Zum Beispiel:
leise Instrumentalmusik im Hintergrund (ruhiger Rhythmus, zwischen 56 und 64 Schläge pro Minute)
ein beruhigender Duft wie Lavendel oder Bergamotte
ein kurzer Moment Stille vor dem Start
Solche kleinen Rituale signalisieren dem Gehirn: Jetzt beginnt eine Phase der Konzentration.
Tipp: Wenn dein Kind eher müde als gestresst ist
Manche Kinder sind nach der Schule erschöpft und brauchen eher frische Energie. Entspannung für Fokus und Konzentration ist grundsätzlich immer gut, doch in manchen Fällen sind Aktivierungsübungen die bessere Wahl. In nur 30 bis 60 Sekunden fördern kleine Bewegungseinheiten die Durchblutung und bringen Sauerstoff ins Gehirn. Ebenfalls optimal als Start-Ritual für die Hausaufgaben-Routine.
Mein Fazit als Lernbegleiterin
Manche Kinder sind nach der Schule nicht müde, sondern innerlich noch aufgedreht oder angespannt. In diesem Zustand fällt konzentriertes Arbeiten besonders schwer.
Kurze Entspannungsübungen helfen dem Körper, wieder zur Ruhe zu kommen. Sobald das Nervensystem sich beruhigt, fällt vielen Kindern auch der Einstieg in die Hausaufgaben leichter.
Ein kleines, regelmäßiges Ritual vor dem Start kann hier viel bewirken – manchmal reichen schon ein paar bewusste Atemzüge, um den Übergang vom turbulenten Schulalltag in eine konzentrierte Lernphase zu schaffen.
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