Zu müde für Hausaufgaben? 7 Aktivierungsübungen für frische Energie
- 16. März
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Mai

Es muss nicht immer gleich ein Kopfstand sein. Schon einfache, kurze Bewegungsimpulse vor den Hausaufgaben regen den Kreislauf an, vertreiben die Müdigkeit und erleichtern deinem Kind den konzentrierten Lern-Start.
„Ich kann jetzt nicht Hausaufgaben machen. Ich bin sooo müde.“
Dein Kind sitzt am Tisch, der Kopf liegt schon halb auf dem Heft.
Du schlägst vor, einfach mal anzufangen und bekommst nur „Keinen Bock“ und ein herzhaftes Gähnen als Antwort.
Viele Kinder kommen nach der Schule schlicht erschöpft nach Hause. Der Vormittag war lang, der Kopf voll und die Konzentration schon mehrere Stunden im Einsatz.
Wenn dein Kind dann seine Hausaufgaben erledigen soll, reagiert das Gehirn oft mit Widerstand – nicht aus Faulheit, sondern weil einfach die Energie fehlt.
Die gute Nachricht: Schon 30 bis 60 Sekunden Bewegung reichen oft aus, um den Kreislauf anzuregen, Sauerstoff ins Gehirn zu bringen und neue Energie zu mobilisieren.
Die folgenden Übungen eignen sich ideal als kleines Start‑Ritual vor den Hausaufgaben und lassen sich perfekt in die bewährte 7-Schritte-Routine für den Hausaufgaben-Start integrieren.
Überkreuzbewegungen
So funktioniert es
Im Stehen wird abwechselnd langsam und bewusst der rechte Ellbogen zum linken Knie und der linke Ellbogen zum rechten Knie geführt.
Die Hand greift zum gegenüberliegenden Köchel oder Fuß nach unten
Der Fuß wir angehoben und die gegenüberliegende Hand klopft auf die Ferse
Im Gehen werden die Füße bei jedem Schritt überkreuz gesetzt.
5–10 Wiederholungen reichen völlig.
Warum hilft das?
aktiviert beide Gehirnhälften
verbessert die Koordination
fördert Konzentration und Aufmerksamkeit
Himmel und Erde halten
So funktioniert es
3 mal wiederholen:
Tief einatmen und beide Hände mit den Handflächen nach oben über den Kopf strecken – als würdest du den Himmel halten.
Beim Ausatmen den Oberkörper nach unten fallen lassen und mit den Händen Richtung Boden greifen – als würdest du die Erde halten.
Langsam wieder aufrichten.
Warum hilft das?
lockert Rücken und Schultern
fördert die Durchblutung
bringt Ruhe und gleichzeitig neue Energie
Bäumchen, schüttel dich
So funktioniert es
Der Körper wird einmal von oben bis unten ausgeschüttelt:
Schultern lockern
Arme ausschütteln
Hüfte bewegen
Beine ausschütteln
Zum Abschluss dreimal tief ein‑ und ausatmen. Zwischendurch lachen erlaubt! :)
Warum hilft das?
löst Spannungen
aktiviert den Kreislauf
bringt Sauerstoff ins Gehirn
Wachklopfen
So funktioniert es
Mit lockeren Fäusten leicht klopfen, um den gesamten Körper zu aktivieren:
auf den Scheitel
auf das Brustbein
auf Innen- und Außenseiten der Arme
auf Oberschenkel und Unterschenkel
Das Klopfen sollte kräftig, aber angenehm sein.
Warum hilft das?
regt die Durchblutung an
aktiviert den Kreislauf
macht schnell wach
Das Gewitterspiel
So funktioniert es
Eine spielerische Übung, die Bewegung, Rhythmus und Aufmerksamkeit kombiniert:
„Es beginnt zu nieseln.“ Mit den Fingers. pitzen beider Hände leicht aneinander klopfen.
„Der Regen wird stärker.“ Mit den Fingerspitzen auf die Handflächen klopfen.
„Jetzt schüttet es richtig.“ Mit beiden Händen überkreuz auf die Schultern klopfen.
„Es blitzt und donnert!“ Die Hände abwechselnd von oben nach unten bewegen und mit den Füßen stampfen.
„Das Gewitter zieht weiter.“ Wieder auf die Schultern klopfen.
„Der Regen lässt nach.“ Mit den Fingerspitzen auf die Handflächen klopfen.
„Der Regen hört fast auf.“ Fingerspitzen wieder leicht aneinander klopfen.
„Die Sonne kommt wieder hervor.“ Arme weit nach oben strecken.
„Ein Regenbogen erscheint.“ Die Arme bogenförmig von einer Seite zur anderen bewegen.
Warum hilft das?
löst körperliche Spannungen
bringt Bewegung in den Kreislauf
aktiviert Aufmerksamkeit und Konzentration
Schattenboxen
So funktioniert es
Im Stehen werden mit den Fäusten Boxbewegungen in die Luft gemacht:
nach vorne
zur Seite
nach oben
leicht nach unten
Das Ganze etwa 20–30 Sekunden lang.
Warum hilft das?
aktiviert den ganzen Körper
baut überschüssige Energie ab
steigert die Wachheit
Froschhüpfer
So funktioniert es
In die Knie gehen.
Die Hände kurz auf den Boden setzen.
Kräftig in die Luft springen.
Das Ganze 3–5 Mal wiederholen.
Warum hilft das?
bringt den Kreislauf schnell in Schwung
aktiviert große Muskelgruppen
sorgt für frische Energie
Für eure Praxis: Aktivierung als Start-Ritual
Damit die Übungen ihre Wirkung entfalten, müssen sie nicht lange dauern. Entscheidend ist vielmehr, dass sie regelmäßig vor den Hausaufgaben stattfinden.
So kann ein einfaches Ritual aussehen:
Dein Kind kommt nach Hause und hat zuerst eine kurze Pause.
Danach wählt ihr eine Aktivierungsübung aus.
Die Übung dauert 30–60 Sekunden.
Anschließend beginnt ihr mit den Hausaufgaben.
Viele Kinder finden es motivierend, selbst eine Übung auswählen zu dürfen. Manche Familien machen sogar ein kleines Spiel daraus und ziehen eine Übung aus einer Box oder von Karten.
Schon nach wenigen Tagen entsteht oft eine hilfreiche Routine: Erst bewegen – dann starten.
Weitere Tipps für frische Energie vor den Hausaufgaben
Neben Bewegung helfen oft auch kleine Alltagsfaktoren, um wieder konzentriert arbeiten zu können. Hilfreich sind weitere Ideen aus der 7-Schritte-Routine für den Hausaufgaben-Start, wie zum Beispiel:
ein Glas Wasser trinken
kurz das Fenster öffnen
ein paar Minuten an die frische Luft gehen
ein kleiner Snack als Brain Food (z.B. Nüsse, Apfelstücke, Banane oder Joghurt)
Tipp: Wenn dein Kind eher gestresst als müde ist
Manche Kinder sind nach der Schule nicht erschöpft, sondern überreizt oder innerlich unruhig. In diesem Fall bewirken Aktivierungsübungen oft genau das Gegenteil: Sie sorgen für noch mehr Unruhe. Hilfreicher sind dann diese 10 einfachen Entspannungsübungen für mehr Fokus und Konzentration bei Hausaufgaben.
Mein Fazit als Lernbegleiterin
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder: Schon 30 bis 60 Sekunden Aktivierung reichen häufig aus, damit Kinder wieder wacher werden, klarer denken und leichter mit den Aufgaben beginnen können. Wichtig ist dabei nicht die perfekte Übung, sondern ein kleines, wiederkehrendes Start‑Ritual. Wenn Kinder wissen: Erst bewegen wir uns kurz – dann beginnen wir, fällt der Übergang vom Schulalltag zu den Hausaufgaben oft deutlich leichter.
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